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Fallstudie Abnehmen: mit Sport leichter?

Heute plaudere ich mal aus dem Nähkästchen. Ich gebe Dir die Gelegenheit, mal hinter die Kulissen zu schauen: Sind zwei Sporttermine in der Woche ausreichend um erfolgreich abzunehmen?

Abnehmen und Sport

Im letzten Jahr gab ich mehrere Gruppenkurse mit festem Starttermin.

Eine Gruppe mit Frauen: alle wollten abnehmen, ihr Ess-Verhalten ändern und fitter werden. Sie wollten Termine, um regelmäßig Sport zu machen. Wir hatten eine Frequenz von zwei Stunden in der Woche.

Ich kann mich daran erinnern, wie aufgeregt und unsicher die Damen beim ersten Termin „wiegen und messen“ waren. (Das war die Bestandsaufnahme vor dem Kurs). Wird die neue Ernährung schmecken? Wird die Umstellung und das Coaching erfolgreich sein und gelingen? Und die Sporteinheiten? Werden sie Spaß machen? Sehr anstrengend sein? Wird es gelingen, sich zweimal die Woche die Stunde abends für den Sport frei zu halten? Und vor allem: Würde der Zeiger der verhassten Waage endlich nach unten gehen?

Tag der Abrechnung

Nun, zwölf Wochen später, zeigte sich das wahre Gesicht meines Konzeptes. Und tatsächlich, als ich die Damen fragte: wer von Euch hatte Angst vor dem erneuten Wiegen und Messen, nicken fast alle…
Obwohl alle die Vorgaben geschafft hatten, sowohl die Ernährungsumstellung wie auch die Sporteinheiten.

Nachdem alle nacheinander vermessen und gewogen sind, lockert sich schnell die Stimmung. Ich höre sie draußen wieder lachen und herum albern.

Alle haben eine tolle Leistung hingelegt und trotzdem sehe ich ihnen die Unsicherheit an. Das das Ergebnis nicht gut genug ist. Dahinter rückt die Angst, selbst nicht gut genug zu sein.
Mein Tipp: Bitte, seid nicht so hart mit Euch. Ihr habt alles gegeben! Ihr könnt so stolz auf Euch sein.

Die Resultate beim wiegen: wer hat abgenommen?

Alle haben richtig gut abgenommen und ihre Umfänge verringern können. Sie haben alle einen besseren Blutdruck und Ruhepuls und ihre Körperzusammensetzung verbessern können. Sie haben ihren Körperfettanteil senken können und kaum Muskelmasse verloren. (Ich messe mit einer Bio-Impedanz-Analyse-Waage).

Alle verbesserten ihre Schlaf-Qualität, sind weniger müde, fitter, zufriedener und glücklicher.

Alle haben mehr Lust auf Sport und Bewegung. Obwohl sie in ihrer Ernährungsumstellung ein Kalorien-Defizit fahren. Das ist erstaunlich. Ist man doch erfahrungsgemäß während einer Diät schlapp, schwach, träge, müde und unkonzentriert…

Und trotzdem waren sie verunsichert, bevor die Messung los ging. Warum stellt man sich so in Frage? Warum meint man immer, es reicht nicht aus? Legt das ab und schaut zurück, ihr seid toll! Auch wenn der Weg noch weit ist zum Ziel, was habt ihr jetzt schon alles geschafft?

Was mich wirklich beeindruckt hat, ist die Leidenschaft für Sport und Bewegung, die sich bei allen entwickelt hat.

Aus Lust und Leidenschaft oder ein MUSS?

Sport, ja Lust auf Sport, Freude an Bewegung. Es handelt sich um Frauen, die berufstätig sind. Viele Stunden kloppen und teilweise sogar Vollzeit beschäftigt sind. Mütter, die teilweise noch kleine Kinder haben. Den Haushalt nebenbei schmeißen.

Frauen, denen man sofort abkaufen würde, würden sie sagen: ich schaffe meinen Sport nicht. Ich habe dafür keine Zeit. Es bleibt so viel liegen im Haushalt. Mein Kind ist noch zu klein. Ich habe keinen Sitter, muss bügeln, muss die Wäsche machen. Muss einkaufen. Muss kochen. Oder zur Arbeit.

All das würde man sofort glauben. Weil es auch wahr ist. Aber diese Frauen finden trotz all dem einen Weg, ihren Sport zu machen. Weil sie gelernt haben, dass es wichtig ist, gut für sich zu sorgen. Nicht nur für alle anderen!

Sport zum abnehmen, aber freiwillig

Weil sie es WOLLEN. Sie wollen! Sie lassen ihr Workout nicht ausfallen. Weil es Ihnen gut tut. Den Kopf frei macht. Das ist wichtig in einem vollgestopften Alltag.

Waren diese Frauen vielleicht ohnehin schon super sportlich? Vor dem Kurs? Ich denke es sind ganz normale Frauen, die es bis dato nicht unbedingt gewöhnt waren, zwei bis dreimal in der Woche trainieren zu gehen. Okay, zwei Läuferinnen waren dabei, die an ein gewisses Pensum gewöhnt waren, die Anderen eher nicht. Wie kann es dann sein, dass sie während eine Reduktionsphase so energiegeladen waren?

Wer ist schuld? Oder wem haben wir es zu verdanken?

Zum einen gebe ich der Ernährung „die Schuld“. Ihre Körper waren während der Reduktion einfach gut versorgt. (Die Logi-Methode)

Zum anderen war es tatsächlich der Sport: es ist der Stresskiller Nummer Eins. Wenn der Geist den vielen Anforderungen im Alltag gerecht werden soll, braucht er einen Körper, der funktioniert. Der beim Auspowern richtig durchblutet wird, bis in den letzten Winkel. Das baut Stress ab.

Ich glaube, jeder kennt dieses gute Gefühl nach einem anstrengenden Workout: Wenn man sich wie neu geboren fühlt. Obwohl man sich total gefordert hat. Sich ausgepowert hat, geschwitzt, schnell geatmet und gekeucht hat. Und danach dieses fette Grinsen im Gesicht hat, unbezahlbar.

Es ist ein Irrglaube, anzunehmen, dass Sport ein weiterer Stressor in einem bewegten Alltag ist. Ein zusätzlicher Termin, der noch obendrauf kommt. Nein.

Sport kann Stress vermindern, den Druck raus nehmen und den Kopf frei machen. Die Abwechslung lässt den Geist mal zur Ruhe kommen, denn der arbeitet unermüdlich. Vierundzwanzig Stunden am Tag, sogar in der Nacht ist er aktiv. Gönne ihm eine Pause während Deines Workouts. Kopf aus, Körper an.

Meine Damen sagen, ohne Sport fehlt ihnen etwas. Sie lassen ihr Training nicht ausfallen. Niemals freiwillig. Es ist ihre Zeit, etwas für sich zu tun, um danach stark zu sein für Kind und Kegel, im Job, Haushalt und im Alltag.
Alle wollen weiterhin einen Sportkurs besuchen, wenn der abgeschlossene Kurs vorbei ist.

Gerade das motiviert mich selber, mich in schwachen Momenten aufzuraffen.

Danke. Danke, für diese Erkenntnis und für eure Ehrlichkeit.

Ich bin stolz auf Euch und eure Leistung!

Ist Abnehmen in der Gruppe leichter?

Mein Fazit: ja, es ist leichter, in einer Gruppe abzunehmen. Die Gruppendynamik zieht jeden unweigerlich mit. Das ist in schwachen Momenten der Antrieb, den man gut gebrauchen kann.

Mein Tipp: suche Dir einen Fitnessbuddy, mit dem Du Dich triffst. Oder schließe Dich einer Gruppe an, die sich regelmäßig trifft. Vielen hilft es, festen Termine zu folgen. Das ist leichter, als eine flexible Trainingssituation einzuplanen. Zu oft fällt man sehr guten Ausreden zum Opfer. Stell Dir immer wieder vor, wie toll sich der Körper anfühlt, den Du haben magst. So kannst Du Dich auch in schwachen Momenten gut motivieren.

Eure Sonja

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